Friday Sept. 10

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San Francisco, Transbay Terminal, Friday evening "Ok, that's it, make friends!"
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Ace, driving the "Flagship"
3.jpg (36252 Byte) sorry, friends,
my report is written in german. I was to lazy for a translation. So, ...
... enjoy the pictures only or
... learn German or
... read again your own notes or
... visit jason's homepage: www.jasonw.freeuk.com/travel/canyon.htm

 

habt ihr schon mal etwas von "green tortoise" (gruene schildkroete) gehoert? die idee des unternehmens ist etwa die, dass sich 25 - 40 leute in einen bus setzen und auf die reise gehen. gekocht wird gemeinsam, und am abend wird der bus ein bisschen umgebaut, damit man sich fuer die nacht aufs ohr legen kann, waehrend die zwei fahrer abwechselnd am steuer sitzen. am naechsten morgen erwachst du dann irgendwo an einem neuen wunderschoenen ort.

 

toent ganz gut, nicht? trotzdem habe ich mir die sache lange hin- und herueberlegt, weil die meisten leute in san francisco, die ich gefragt hatte, nachdenklich den kopf wiegten und mich verunsicherten ("you like hippies?", "I knew one who was all the time drunk", "I don't know, ... try it!") entscheiden ist ja nicht gerade meine staerke, trotzdem meldete ich mich an fuer einen 9-tage-trip zum grand canyon und anderen naturwundern im westen der usa. ich habe es nicht bereut. hier ein paar eindruecke von dieser unternehmung:

freitag, 10.9.1999

abends 8 uhr treffe ich mit meinem wenigen gepaeck ("if you can't carry it all in relative comfort, you're over-equipped") hinter dem transbay terminal ein, einer wenig anmaecheligen gegend, wo schon etliche leute warten. ich finde schnell heraus, dass nicht alle zum grand-canyon-trip gehoeren, sondern dass vier verschiedene green-tortoise-gruppen hier auf ihren bus warten. bald habe ich "meine" leute gefunden, und es ist unschwer zu erkennen, dass ich nicht der einzige bin, der der sache mit einer gewissen spannung entgegenblickt.

schliesslich faehrt unser bus vor, aber was fuer einer! so klein? hier drin sollen 38 leute reisen und schlafen? offensichtlich ein ehemaliger stadtbus, der auch schon bessere tage gesehen hatte. ein richtiges nostalgie-vehikel. dazu zerbeult und zerschrammt, aber ich sollte noch sehen, warum das so ist, und von unserer tour kam er auch nicht viel schoener zurueck, als er schon war.

unsere reiseleiterin, wenn man dem so sagen will, nimmt die sache in die hand. vollblut-amerikanerin, power aus jeder pore, treibt sie die schaefchen zusammen und gibt lautstarke anweisungen. gepaeck unten in die zerbeulten gepaeckfaecher, handgepaeck in den bus! und rein in die kiste! das ganze ist eine art fahrendes klassenlager mit zweifacher ueberbelegung. im hintern teil sitzen wir auf einem grossen matrazenlager, in der mitte hat es zwei tischchen mit baenken, und im vorderen teil auf beiden seiten gepolsterte sitzbaenke, dazu kommen von vorne bis hinten die hochbetten.

ace, so stellt sich unsere chauffeurin vor, erklaert kurz die prinzipien dieser art des reisens und schliesst ihre einfuehrungen ab mit "ok. that's it! make friends!", setzt sich hinters steuer und gibt gas.

das ist endlich das signal, sofort faellt die spannung von uns und alle fangen wie verrueckt an, im bus herumzukriechen und sich gegenseitig vorzustellen.

die teilnehmerinnen und teilnehmer, etwa halbe-halbe frauen und maenner von 18 bis 48, stammen aus belgien, deutschland, indien, usa, england, frankreich, australien, japan, brasilien, oesterreich und der schweiz, vertreten durch meine wenigkeit. und natuerlich ..... irland!

wie sich herausstellt, stammen wiederum ein viertel der teilnehmer aus irland, und natuerlich decken sie sich auch beim ersten rastplatz mit den noetigen mengen alkoholika ein, aber ich bleibe gelassen, dass kenne ich ja schon. im unterschied zum yosemite-abenteuer schleppen unsere irischen freunde diesmal aber nicht bier an, sondern eine unmenge cola und einige riesige 2-liter-wodka-flaschen, und somit kann die party losgehen. erst wird aber einmal der bus zum sleeper-coach umgebaut, in der green-tortoise-terminologie heisst dieser vorgang "miracle", was natuerlich reichlich willkuerlich ist. mirakuloes waere es, wenn das schlafen bequem waere, so aber ...., na ja!

zuerst wird ja eh einmal gefeiert, erst um drei uhr nachts kehrt ruhe ein, dafuer aber total. bereits um vier uhr erwache ich wieder, weil das getriebe kracht und der motor heult, wie wenn er in den letzten zuegen liegen wuerde. am steuer vorn sitzt john, der zweite fahrer, und fuchtelt mit dem ganghebel. ich habs ja gewusst, getriebeschaden! das wars dann also! punkt! schluss! und das so kurz nach dem vielversprechenden aufbruch. irgendwie faehrt der bus aber mit krachendem getriebe weiter, und ich schlafe wieder ein.